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Blickpunkt 17-10


Ich bin getauft auf deinen Namen …

… so beginnt ein Gemeindelied aus dem 18. Jahrhundert. Im Juli durften wir das in der Christusgemeinde ganz konkret erleben: sechs junge Menschen haben sich in einem feierlichen Openair-Taufgottesdienst zu Jesus Christus bekannt.


Taufe – warum?

Im Neuen Testament (NT) gibt es keine ausgeformte Tauflehre, sondern einzelne Aussagen, die biblisch-theologisch zu einer Tauflehre verarbeitet werden müssen. Jesus Christus hat die Taufe eingesetzt und „befohlen“: Geht hinaus in die ganze Welt, und ruft alle Menschen dazu auf, mir nachzufolgen! Tauft sie im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes! Lehrt sie, so zu leben, wie ich es euch aufgetragen habe. Ihr dürft sicher sein: Ich bin immer bei euch, bis das Ende dieser Welt gekommen ist!“ (Mt 28,19+20).

Taufe – wie?

Das „Wie“ der Taufe hat Jesus nicht in alle Einzelheiten hinein festgelegt. Daher erklären sich die unterschiedlichen Entwicklungen und Lehren im Lauf der Kirchengeschichte. Dennoch gibt es Linien im Neuen Testament, die die Grundlage für das Taufgeschehen bilden und an denen festgehalten werden muss. Wie die Taufe praktiziert wird (z. B. besprengen mit Wasser oder Untertauchen) ist für die Gültigkeit der   Taufe nicht entscheidend. Neben dem Untertauchen (Rö 6,4 und Kol 2,12) ist es nicht ausgeschlossen, dass in Anknüpfung an jüdische Bräuche auch andere Formen des Taufvollzuges praktiziert wurden. Der Zeitpunkt der Taufe ist im NT nicht einheitlich: – sofort nach der Bekehrung (Apg 8,38;   9,18). – nach Empfang des Heiligen Geistes (Apg 10,4). Es gibt kein Beispiel im NT, wo Taufe und Geistempfang miteinander identisch sind. Ob bei der Taufe ganzer Familien   (Haustaufen: Apg 10; 16,12ff.; 16,27ff.;   18,8ff.; 1. Kor 1,16) auch Kinder und Säuglinge getauft wurden, ist unsicher,  aber nicht ausgeschlossen. Das NT spricht nur von einer Taufe und denkt nicht an Wiederholung(en).

Taufe – was?

Im Unterschied zum Glauben, ist die Taufe nicht heilsnotwendig: Mk 16,16; 1. Kor 1,16f.. Das Handeln Gottes in der Taufe ist kein magischer Akt, sondern ein per- sönliches Geschehen zwischen dem dreieinigen Gott und dem Menschen. Es ist das öffentliche Bekenntnis des Menschen zu Jesus Christus, dem Erlöser und Herrn.

Taufe – was uns wichtig ist:

–> Taufe ohne Glauben führt nicht zum Heil. Deshalb lehnen wir ein „magisches Verständnis“ der Taufe ab. Taufe und Wiedergeburt sind nicht identisch.

–> Die Taufe vermittelt nicht das Heil; sie ist ein öffentliches Bekenntnis zum Glauben des Täuflings.

–> Taufe gliedert in eine konkrete Gemeinde hinein.

–> Deshalb sollte die Taufe auch in der Gemeinde (Gottesdienst) vollzogen werden. Eine Taufe, die mit Wasser auf den Namen des dreieinigen Gottes vollzogen wird, erkennen wir als gülti- ge Taufe an.

–> Der Zeitpunkt der Taufe ist eine Ermessens- und keine Heilsfrage.

Wir empfehlen, die Taufe dann zu vollziehen, wenn auch eine bewusste Entscheidung für ein Leben mit Jesus Christus getroffen wurde!

Herzlichst, Ihr / Euer

Matthias Kokott (Gemeinschaftspastor der CGZ)
 


von heg - erstellt am 10 August 2016

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